
Zuletzt aktualisiert am 2. Oktober 2026
September und Oktober gehören für viele Pilzliebhaber zu den wohl sehnsüchtig erwarteten Monaten des Jahres. Für viele Polen ist das Pilzesammeln eine Tradition, die seit Generationen zum Herbst dazugehört – verbunden mit gemeinsamen Waldspaziergängen, der Freude über den ersten Fund und zahlreichen Erinnerungen aus der Kindheit.
Herbstliche Niederschläge, moderate Temperaturen und eine ausreichende Luftfeuchtigkeit schaffen zudem günstige Bedingungen für das Wachstum der Pilze und die Bildung neuer Fruchtkörper – also dessen, was wir umgangssprachlich als Pilze bezeichnen.
Rund 42 % der Fläche Hessens sind bewaldet. Damit bietet das Bundesland einen großen und vielfältigen Lebensraum für zahlreiche Pflanzen- und Pilzarten. Vor allem Mischwälder mit Buchen, Eichen, Fichten und Kiefern prägen die Landschaft. Diese Vielfalt begünstigt das Vorkommen zahlreicher Pilzarten – von Steinpilzen und Pfifferlingen über Butterpilze und Maronenröhrlinge bis hin zu Edel-Reizkern und Trüffeln.
Doch wo darf man Pilze überhaupt sammeln? Wann lohnt sich der Gang in den Wald besonders und welche Regeln gelten in Hessen? Wir haben die wichtigsten Informationen für alle zusammengestellt, die in diesem Herbst in der Region Rhein-Main auf Pilzsuche gehen möchten
Bevor es in den Wald geht – Regeln für das Pilzesammeln in Hessen
Ein herbstlicher Spaziergang durch den Wald lässt sich wunderbar mit der Suche nach Pilzen verbinden. Bevor wir jedoch mit dem Korb losziehen, lohnt sich ein Blick auf die grundlegenden Regeln, die in Hessen gelten. Pilzesammeln ist grundsätzlich erlaubt, unterliegt jedoch bestimmten Einschränkungen.
In Hessen dürfen Pilze für den eigenen Bedarf und in kleinen Mengen gesammelt werden. Als Richtwert gelten etwa 1 kg Pilze pro Person.
Dabei sollte man beachten, dass zahlreiche Pilzarten besonders geschützt sind und grundsätzlich nicht aus der Natur entnommen werden dürfen. Für einige dieser Arten gilt jedoch eine Ausnahme: Sie dürfen in kleinen Mengen und für den eigenen Bedarf gesammelt werden. Dazu gehören unter anderem Steinpilze, Pfifferlinge, Schweinsohren, Brätlinge, Birkenpilze und Rotkappen und Morcheln.
Gesetzlich geschützte Pilzarten
Zu den geschützten Arten, deren Sammeln grundsätzlich nicht erlaubt ist, gehören:
Wo darf ich Pilze sammeln?
Auch wenn ein Wald frei zugänglich ist, bedeutet das nicht automatisch, dass dort Pilze gesammelt werden dürfen. Vor dem Aufbruch sollte man sich daher informieren, welche Regelungen für das jeweilige Gebiet gelten und ob das Sammeln dort erlaubt ist.
Pilze dürfen unter anderem nicht gesammelt werden:

Kennzeichnung eines Nationalparks. Quelle: Derzno / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Wann ist die beste Zeit zum Pilzesammeln?
Die beste Zeit zum Pilzesammeln liegt in der Regel im September und Oktober. Besonders günstige Bedingungen herrschen nach Regenfällen, wenn der Boden ausreichend feucht bleibt und die Temperaturen moderat sind. Auch Faktoren wie die Lufttemperatur und die Sonneneinstrahlung beeinflussen die Aktivität des Pilzmyzels.
Vor einem Ausflug in den Wald lohnt es sich daher, die aktuellen Bedingungen zu prüfen. Eine hilfreiche Möglichkeit bietet PilzScout – ein kostenloser Online-Service, der sich sowohl an Einsteiger als auch an erfahrene Pilzsammler richtet. Die Plattform bietet Karten mit markierten Gebieten, in denen bestimmte Pilzarten vorkommen können, analysiert die für das Pilzwachstum relevanten Bedingungen und verfügt über ein umfangreiches Artenlexikon. Darüber hinaus ermöglicht PilzScout eine erste Einschätzung von Pilzen anhand eines Fotos.
Auf der Karte lässt sich prüfen, in welchen Regionen bestimmte Pilzarten vorkommen. Die Funktion Pilzwetter berücksichtigt unter anderem Temperatur, Bodenfeuchtigkeit, Niederschlag, Luftfeuchtigkeit und Sonneneinstrahlung und hilft dabei einzuschätzen, ob die aktuellen Bedingungen für das Pilzwachstum günstig sind.
PilzScout kann damit sowohl bei der Planung eines Ausflugs als auch bei der ersten Einschätzung eines gefundenen Pilzes hilfreich sein. Wichtig ist jedoch: Eine Bestimmung anhand eines Fotos sollte lediglich als Orientierung dienen. Bei Pilzen, die zum Verzehr bestimmt sind, ersetzt sie keinesfalls eine sichere Identifizierung durch eine fachkundige Person.
Auf der Suche nach guten Stellen zum Pilzesammeln
Nach konkreten Tipps haben wir die Mitglieder der Facebook-Gruppe „Grzybiarze w Hessen (Deutsch: Pilzsammler in Hessen)“ gefragt. Dabei wurde schnell klar: Gute Pilzspots bleiben offenbar ein gut gehütetes Geheimnis.
Erfahrene Pilzsammler teilen gerne ihre Beobachtungen und Erfahrungen – deutlich zurückhaltender sind sie jedoch, wenn es darum geht, die Stellen zu verraten, an denen sie regelmäßig fündig werden. Wie Ewa treffend bemerkte: „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold – besonders wenn jemand fragt, wo die Pilze wachsen.“
Aus den Gesprächen in der Gruppe geht außerdem hervor, dass die diesjährige Saison bisher schwächer ausfällt als die vergangene, die vielerorts besonders pilzreich war. Als einen der häufigsten Gründe nennen die Pilzsammler die Trockenheit, die das Wachstum neuer Fruchtkörper erschwert. Nun hoffen viele auf eine Veränderung der Wetterlage und mehr Feuchtigkeit in den Wäldern.
Eines steht jedoch fest: Pilzesammeln bedeutet mehr als nur einen vollen Korb. Es ist ein Spaziergang durch den Wald, Zeit in der Natur und dieser kleine Moment der Spannung, wenn man zwischen Blättern oder Moos plötzlich einen vertrauten Pilzhut entdeckt.
Möchtest du wissen, was sich in den Wäldern Hessens tut?
Dann schau in der Facebook-Gruppe „Grzybiarze w Hessen“ vorbei und tausche dich mit anderen Pilzsammlern aus.
Wir wünschen euch viel Freude beim Pilzesammeln - und natürlich volle Körbe!
Quellen • Informationen
Nationalparks und Schutzgebiete
Wälder in Hessen · Statistische Daten